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Live Arts | Tanz | LARA BARSACQ – LA GRANDE NYMPHE | 10.10 + 11.10.

Die Kreationen der Tänzerin, Choreografin und Schauspielerin Lara Barsaq bewegen sich oft im Rahmen der Tanzgeschichte, erweitert durch autobiografische Elemente oder feministische und queere Reflexionen.

 

Die mythische Figur der Nymphe ist die eines physischen Körpers, der verschwindet und wieder auftaucht und so den Rhythmus des erotischen Verlangens verkörpert. Sie steht im Mittelpunkt einer der berühmtesten Kompositionen Claude Debussys, des Prélude à l’après-midi d’un faune (1894), das ein Gedicht Stéphane Mallarmés inspirierte. Das Präludium erzählt keine Geschichte, sondern evoziert die laszive, sinnliche Atmosphäre eines sonnigen Nachmittags. Die tänzerische Interpretation des Musikstücks  durch Vaslav Nijinsky machte Tanzgeschichte. Ein Jahrhundert später beschäftigt sich die Choreografin und Tänzerin Lara Barsacq mit diesem unsterblichen Bild der Nymphe, wie sie von Männern dargestellt wird.

 

Barsacq und ihr Ensemble hinterfragen die Erotisierung des menschlichen Körpers. Gemeinsam erschaffen sie eine Hymne an den freien Körper und an den Tanz als Möglichkeit, sich von überkommenen Vorstellungen über Sexualität zu befreien. Sie bewegen sich in einer Klangexplosion, in der das Präludium in elektronische und Synthesizer-Musik zerfällt, bis es schließlich von einem klassischen Ensemble live interpretiert wird. Ein sinnlicher Kampf mit der Tradition für eine neue erotische Bildsprache.

 

Bild: LARA BARSACQ, LA GRANDE NYMPHE, Foto: ©Sybille_Cornet